Werte in den Wissenschaften

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Die Frage, inwiefern Werte in der Wissenschaft eine Rolle spielen, wurde in der Philosophie der Gegenwart mehrfach aufgeworfen. Unter den spezifischen Vorzeichen ihrer jeweiligen Epoche standen in einem ersten Werturteilsstreit zwischen 1913 und 1917
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  S EMINAR : W ERTE IN DEN  W ISSENSCHAFTEN  (LSF-ID: 114457) Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, SS 2014(Stand: 16. Mai 2014)Ort: 23.21/HS.3FZeit: donnerstags, 12:30–14:00 UhrL EHRVERANSTALTUNGSINFORMATION Leitung. Alexander Christian ( christian@phil.hhu.de ) und Christian Feldbacher( christian.feldbacher@uni-duesseldorf.de ). Sprechstunde: sieheProfilseite und nach Vereinbarung (Raum: 24.52/01.26 bzw. 24.52/01.24). Kurzbeschreibung. Die Frage, inwiefern Werte in der Wissenschaft eine Rolle spielen, wurde inderPhilosophiederGegenwartmehrfachaufgeworfen.UnterdenspezifischenVorzeichen ihrer jeweiligen Epoche standen in einem  ersten Werturteilsstreit zwischen 1913 und 1917 Max Weber, der sich für die Wertneutralität der Sozi-alwissenschaften aussprach, und s.g.  Kathedersozialisten  wie Gustav Schmollerentgegen. Erbittert diskutiert wurde dabei, ob Wissenschafterinnen qua ihrerFunktion als Wissenschafterin moralisch wertende Äußerungen machen dürf-ten. Im  zweiten Werturteilsstreit , der insbesondere im deutschen Sprachraum inden 1960er und 1970er Jahren stattfand, diskutierten die Vertreter der Frank-furter Schule aus der Perspektive der kritischen Theorie mit den Vertretern desKritischen Rationalismus, ob Wissenschaft als wertfreier Prozess der Erkennt-nisgewinnung denkbar ist. Neben diesen historisch relevanten Schauplätzenhat sich insbesondere im englischsprachigen Raum eine rege Diskussion ent-wickelt, in der neuartige Einwände gegen die Möglichkeit wissenschaftlicherWertneutralität vorgebracht wurden. Im Unterschied zu den erstgenanntenDiskussionen ist der dritte Werturteilsstreit in Deutschland und in der kon-tinentaleuropäischen Philosophie weniger bekannt, obwohl darin ein breitesSpektrum an wissenschaftstheoretischen und -ethischen Fragen entfaltet wur-de. Insbesondere wurde darin die  Rolle von nicht-epistemischen Werten im wis-senschaftlichen Begründungsprozess , das  Zusammenspiel von Wertneutralität undWertbezogenheit in der Wissenschaft  sowie die  Wertabhängigkeit von Wissenschaftim gesellschaftlich-ökonomischen Kontext  reflektiert.Eine exemplarische Auswahl an Fragen verdeutlicht die thematische Brei-te des jüngsten Werturteilsstreits: Auf welchen wissenschaftsinternen und -externenWertengründetsichdieWissenschaft?InwiefernkannWissenschaft–der Forschungsprozess – wertfrei sein? In welcher Weise sind Wissenschafte-rinnen berechtigt – vielleicht sogar qualifizierter als Laien – Werturteile zu fäl-len? Wie kann der Forschungsprozess vor den korrumpierenden Einflüssenkommerzieller Interessen geschützt werden?ImSeminarwerdenwirdieseFragenaufderGrundlagedesSammelbandes Werte in den Wissenschaften – Neue Ansätze zum Werturteilsstreit  (2013), heraus-gegeben von Gerhard Schurz und Martin Carrier, untersuchen.1  Anforderungen. Im Detail werden folgende Anforderungen an die Teilnehmenden gestellt: •  Zur Erlangung eines Beteiligungsnachweises (BN): –  Mindestanwesenheit: 80% der Sitzungen (bei 15 Einheiten sind da-mit maximal drei Fehleinheiten zulässig) –  Adäquate Vorbereitung der jeweiligen Pflichtlektüre – gemessenüber: ∗  Vorbereitung von Fragen und aktive Diskussionsbeteiligung –  Übernahme der Expertenfunktion (Diskussionsleitung, Vorberei-tung von Initialfragen und weiterführenden Argumenten); oder al-ternativ dazu: –  Positive Bewertung eines gehaltenen Referates (30–45 Minuten Vor-tragszeit); oder alternativ dazu: –  Positive Bewertung eines Essays (5–10 Seiten) •  ZumAbschlussderLehrveranstaltungmiteinerAbschlussprüfung(AP): –  Entweder eine mündliche Prüfung über den gesamten Stoff derLehrveranstaltung; –  Oder: Anfertigung einer Hausarbeit (15–20 Seiten); –  Oder: Eine schriftliche Ausarbeitung eines Referates im Rahmen ei-ner Studienarbeit (ca. 8–15 Seiten); –  In allen drei Fällen ist eine rechtzeitige Prüfungsanmeldung durchdie Studierenden erforderlich: Bereiten Sie dazu bitte ein FormularzurPrüfungsanmeldungindreifacherAusfertigungbiszum29.Mai2014 vor. ∗  BeieinermündlichenPrüfung:VereinbarenSiemitderLehrver-anstaltungsleitung einen mündlichen Prüfungstermin (mündli-che Prüfungen sind anmeldefristgemäß ab 18. Juli 2014 mög-lich). ∗  Bei einer schriftlichen Ausarbeitung ist der Themenausgabeter-min der 17. Juli 2014. Abgabetermin ist der 30. September 2014.Die Abgabe erfolgt per E-Mail an  christian@phil.hhu.de oder  christian.feldbacher@uni-duesseldorf.de .(Das Formular zur Prüfungsanmeldung erhalten Sie zumBeispiel über die Seite der Fachschaft Philosophie unter http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/fileadmin/Fachschaften/Philosophie/KFPhilosophie.pdf . Sie kön-nen bis zu einer Woche vor dem mündlichen Prüfungstermin bzw.dem Themenausgabetermin von einer angemeldeten Abschluss-prüfung zurücktreten.) Gewichtung der Beteiligung und Benotung. 2  •  Beteiligungsnachweis:BeachtenSie,dassfüreinenBeteiligungsnachweis jenachangerechnetemModul2–3ECTS-Punktevergebenwerden.Beiei-ner normierten Arbeitsleistung von ca. 30 Arbeitsstunden je ECTS-Punktergibt dies einen minimalen Arbeitsaufwand von 60–90 Arbeitsstunden.Davon entfallen 22.5 Arbeitsstunden (15 Einheiten zu je 1.5h) auf IhreBeteiligung im Seminar. Ein weiteres Drittel entfällt auf die Vorbereitungder Pflichtlektüre und der Diskussionsbeteiligung. Das restliche Drittelentfällt auf die Referatsvorbereitung bzw. Abfassung des Essays. •  Abschlussprüfung: Bei einer mündlichen Abschlussprüfung fällt die Ge-wichtung der Arbeitsleistung vollständig auf das Prüfungsergebnis. Beieiner Studienarbeit ist gemäß der angenommenen Arbeitsstundenvertei-lung die Gewichtung der mündlichen Präsentation (Referat/Essay undDiskussionsleitung) bei 33% und jene der schriftlichen Ausarbeitung bei67%. Literatur. Gerhard Schurz und Martin Carrier, Hrsg.  Werte in den Wissenschaften. Neue Ansätze zum Werturteilsstreit . Berlin: Suhrkamp, 2013.  ISBN : 978-3-518-29662-2S EMINARPLAN (01) 2014, April, 10: Einleitung Weiterführende Lektüre: –  GerhardSchurzundMartinCarrier.“EinleitungundÜbersicht”.In: Werte in den Wissenschaften. Neue Ansätze zum Werturteilsstreit . Hrsg.von Gerhard Schurz und Martin Carrier. Berlin: Suhrkamp, 2013,pp.7–32.  ISBN : 978-3-518-29662-2 (02) 2014, April, 17: Erste Phase: Exemplarisch: Max Weber Pflichtlektüre: –  Max Weber. “Der Sinn der ‘Wertfreiheit’ der soziologischen undökonomischen Wissenschaften”. In:  Werte in den Wissenschaften.Neue Ansätze zum Werturteilsstreit . Hrsg. von Gerhard Schurz undMartin Carrier. Berlin: Suhrkamp, 2013, pp.33–56.  ISBN : 978-3-518-29662-2Weiterführende Lektüre: –  Rudolf Goldscheid.  Höherentwicklung und Menschenökonomie. Grund-legung der Sozialbiologie . Schriften des Vereins für Socialpolitik in Wi-en. Leipzig: Duncker & Humblot, 1910, pp.595ff 3  (03) 2014, April, 24: Zweite Phase: Exemplarisch: Jürgen Habermas Pflichtlektüre: –  Jürgen Habermas. “Erkenntnis und Interesse”. In: 2013, pp.57–73Weiterführende Lektüre: –  Karl R. Popper. “Die Logik der Sozialwissenschaften”. In:  Der Posi-tivismusstreit in der deutschen Soziologie . Hrsg. von Theodor W. Ador-no. Neuwied: Luchterhand, 1969, pp.103–123 –  Theodor W. Adorno. “Zur Logik der Sozialwissenschaften”. In:  DerPositivismusstreit in der deutschen Soziologie . Hrsg. von Theodor W.Adorno. Neuwied: Luchterhand, 1969, pp.125–143 (04) 2014, Mai, 08: Geschichtlicher Überblick Pflichtlektüre: –  Hans-Joachim Dahms. “Bemerkungen zur Geschichte des Wertur-teilsstreits”. In:  Werte in den Wissenschaften. Neue Ansätze zum Wert-urteilsstreit . Hrsg. von Gerhard Schurz und Martin Carrier. Berlin:Suhrkamp, 2013, pp.74–107.  ISBN : 978-3-518-29662-2 (05) 2014, Mai, 15: Dritte Phase: Exemplarisch: Carl G. Hempel Pflichtlektüre: –  CarlG.Hempel.“WissenschaftundmenschlicheWerte”.In: Werteinden Wissenschaften. Neue Ansätze zum Werturteilsstreit .Hrsg.vonGer-hard Schurz und Martin Carrier. Berlin: Suhrkamp, 2013, pp.118–140.  ISBN : 978-3-518-29662-2Weiterführende Lektüre: –  Richard Rudner. “Der Wissenschaftler qua Wissenschaftler fälltWerturteile”. In:  Werte in den Wissenschaften. Neue Ansätze zum Wert-urteilsstreit . Hrsg. von Gerhard Schurz und Martin Carrier. Berlin:Suhrkamp, 2013, pp.108–117.  ISBN : 978-3-518-29662-2 (06) 2014, Mai, 22: Spezialthema: Epistemische Kosten-Nutzenmatrix Pflichtlektüre: –  Torsten Wilholt. “Einseitigkeiten und Werte in der naturwissen-schaftlichen Forschung”. In:  Werte in den Wissenschaften. Neue Ansät- ze zum Werturteilsstreit . Hrsg. von Gerhard Schurz und Martin Car-rier. Berlin: Suhrkamp, 2013, pp.174–208.  ISBN : 978-3-518-29662-2Weiterführende Lektüre:4  –  IsaacLevi.“OntheSeriousnessofMistakes”.In: Philosophy of Science 29.1 (1962), pp. 47–65.  ISSN : 00318248.  URL :  http://www.jstor.org/stable/185176 (07) 2014, Juni, 05: Spezialthema: Unterbestimmtheit & Wertungen Pflichtlektüre: –  HelenE.Longino.“Werte,HeuristikenunddiePolitikdesWissens”.In:  Werte in den Wissenschaften. Neue Ansätze zum Werturteilsstreit .Hrsg. von Gerhard Schurz und Martin Carrier. Berlin: Suhrkamp,2013, pp.209–232.  ISBN : 978-3-518-29662-2 (08) 2014, Juni, 12: Spezialthema: Trennung von Aussagen & Wertungen Pflichtlektüre: –  John Dupré. “Tatsachen und Werte”. In:  Werte in den Wissenschaf-ten. Neue Ansätze zum Werturteilsstreit . Hrsg. von Gerhard Schurzund Martin Carrier. Berlin: Suhrkamp, 2013, pp.255–271.  ISBN : 978-3-518-29662-2Weiterführende Lektüre: –  Hilary Putnam.  Realism with a Human Face . Hrsg. von James Conant.Havard: Havard University Press, 1992, chpt.11: Objectivity and theScience/Ethics Distinction (09) 2014, Juni, 26: Spezialthema: Explikation des Wertfreiheitspostulats Pflichtlektüre: –  Gerhard Schurz. “Wertneutralität und hypothetische Werturteile inden Wissenschaften”. In:  Werte in den Wissenschaften. Neue Ansätze zum Werturteilsstreit . Hrsg. von Gerhard Schurz und Martin Carrier.Berlin: Suhrkamp, 2013, pp.305–335.  ISBN : 978-3-518-29662-2Weiterführende Lektüre: –  Gerhard Schurz. “Philosophy of Science. A Unified Approach”. In:(2013), chpt.2.5,chpt.2.10,chpt.5.10.8 (10) 2014, Juli, 03: Spezialthema: Medizinische Forschung & Wertfragen Pflichtlektüre: –  James Robert Brown. “Die Wissenschaftsgemeinschaft – The Com-munity of Science (R)”. In:  Werte in den Wissenschaften. Neue Ansätze zum Werturteilsstreit . Hrsg. von Gerhard Schurz und Martin Carrier.Berlin: Suhrkamp, 2013, pp.337–373.  ISBN : 978-3-518-29662-25
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